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Auf eine entsprechende Anfrage im Nachbarforum gab es
eine! Antwort, die die grundsätzlichen gängigen Fehlermöglichkeiten aufzählte.
Ich will das nicht kritisieren, da Probleme an der KE
Jetronic sehr vielseitige Ursachen haben können. Ich musste mich selbst auf den Pfad machen.
Grundsätzlich sollte man
wissen, dass die Leerlaufdrehzahl bei Motoren mit der KE Jetronic über den
Leerlaufsteller (LLS), auch Zusatzluftschieber genannt, geregelt wird. In
Abhängigkeit vom Drehzahlsollwert und
der Istdrehzahl wird der LLS mit einer
getakteten Gleichspannung beaufschlagt, die den Öffnungsquerschnitt und damit die
Luftmenge des LLS verändert.
Lösungsansätze:
Bei der KE wird, etwas vereinfacht, die Leerlaufdrehzahl
dann geregelt, wenn das Gaspedal nicht betätigt wird. In Abhängigkeit von der Motortemperatur und der
Motorbelastung wird ein Leerlaufsollwert vorgegeben, der durch den LLS geregelt
wird.
Die Leerlaufstellung des Gaspedals wird über den Drosselklappenschalter
erkannt, der unterhalb des Luftmengenmessers sitzt.
Im Anfang prüfte ich
sowohl die Schaltfunktion des Drosselklappenschalters, als auch die des
Motortemperaturfühlers. Offensichtlich waren die Komponenten in Ordnung.
Bei vielen V8- Motoren scheint der LLS selbst das Problem
zu sein. Infolge von Verschmutzung
schließt der LLS nicht mehr richtig, und die Leerlaufdrehzahl liegt
deutlich höher als erlaubt. Im Netz gibt
es entsprechende „Reparaturhinweise“ für den teueren LLS, die auf eine
gründliche Reinigung desselben abheben. Weiterhin wird empfohlen die
Rückstellfeder des LLS zu entspannen. Selbstverständlich habe ich das auch
ausprobiert, aber ohne Erfolg.
In einem sehr
guten Bericht zu Servicearbeiten an der KE
fand ich den Spannungsverlauf am LLS, gemessen mit einem
Oszilloskop. Auch ich habe so gemessen,
und fand den Spannungsverlauf qualitativ annähern gleich. Insofern war ich
zunächst der Meinung, dass die Ansteuerung des LLS in Ordnung sei.
Zwischenlösung:
Ich
war zunächst mit meinem Latein am Ende. Die viel zu
hohe Leerlaufdrehzahl konnte ich jedoch auf Dauer nicht hinnehmen und
habe mir
eine Festdrossel drehen lassen, die ich in die Verbrennungsluftzufuhr
hinter den LLS eingesetzt habe. Damit drehte der Motor im Leerlauf ca.
800U/min und in den Fahrstufen bei getretener Bremse ca.650-700U/min.
So bin ich dann fast zwei Monate unterwegs gewesen. Etwas
nachteilig war, dass die Drehzahl nicht geregelt wurde, dh. beim Kaltstart
musste ich etwas mit dem Gaspedal nachhelfen und bei Betrieb der Klimaanlage
fiel die Leerlaufdrehzahl ab. Das Betriebsverhalten war jedoch deutlich besser, als zuvor.
Weitere Untersuchungen:
In der Folgezeit habe ich dann weitere Berichte und die
Reparaturanweisungen der WIS zu diesem Thema gelesen. Aufgrund dieser
Studien habe ich dann versucht bei Leerlaufdrehzahl den „Stellerstrom“ zum LLS
zu messen. Laut WIS sollen dort ca. 700 mA fließen. Was ich auch anstellte, da
war nichts! Kein Strom zu messen! Die Spannungsmessung am LLS mit dem
Oszilloskop hatte mich auf den Holzweg geführt.
Ich hatte nun den Verdacht, dass entweder das „berühmte“
Überspannungsschutzrelais“ ne Macke hatte, oder das Leerlaufsteuergerät der KE
nicht in Ordnung war. Gemäß dem Blockschaltbild der KE werden in diesem Leerlaufsteuergerät sämtliche Einflüsse auf die
Leerlaufdrehzahl verarbeitet und der Stellerstrom für den LLS erzeugt.
Allein das Leerlaufsteuergerät kostet bei DB 230 Euronen
und das ÜSR schlägt auch mit 90 Euro zu Buche. Wenn die Ursache nicht klar ist,
ist das eine Menge Geld!
Also Ebay: Für kleines Geld sowohl Steuergerät als auch
Relais erworben.
Die beiden Teile lagen dann noch zwei Wochen bei mir
herum, da ich keine Zeit hatte. Witzigerweise funktionierte auf einmal für zwei
Tage die Leerlaufdrehzahlregelung wieder ganz normal, um dann jedoch wieder
auszufallen.
Der Tag der Wahrheit:
Ja, dann war es so weit. Mal eben Überspannungsrelais und
Leerlaufdrehzahlregel- Steuergerät tauschen. Es kam also Zeitpunkt, zu dem ich das Auto mal wieder
auf den Mond hätte schießen können. Wer sich die Position dieser beiden Teile
ausgedacht hat, hat zumindest nicht an die Wartung gedacht. ÜSR hinter der
verschraubten inneren rechten Seitenverkleidung im Fußraum des Beifahrers.
Hauptsache der Elektriker hat lange gefühlsechte Finger. Dazu kam der Frust,
als dass dies nicht die Ursache für die Drehzahlmiserere war.
Also
weitersuchen. Wo sitzt denn das verd...
Leerlaufdrehzahl – Steuergerät? lt. WIS hinter dem Handschuhkasten. Wer
hat das
Ding denn dort versteckt? Da man auch
wirklich nichts erkennen kann, habe ich zunächst das Steuergerät der
Klimaanlage in der Hand. Hervorragend zugänglich!! Dann weiter im
Lotteriespiel: Nächster Griff, Hurra das gesuchte Steuergerät sitzt
links
daneben. Getauscht, und Motor angelassen. Große Begeisterung!
Selbstbelobigung! Die Motordrehzahl stellt sich auf ca. 650 U/min im
Leerlauf ein.
Spaß beiseite, ich habe das Problem gelöst.
Seit ca. 2 Wochen habe ich keinerlei
Probleme mehr mit meinem Leerlaufverhalten. Ursache war das defekte Leerlaufdrehzahl.-
Steuergerät.
Im Nachhinein habe ich den Verdacht, dass viele
Leidensgenossen, die vermeindlich Probleme mit ihrem LLS haben, ihre
Aufmerksamkeit mal dem Leerlaufsteuergerät widmen sollten. Im Netz wird fast
immer die Ursache bei einem verschmutzten LLS gesucht, und anschließend die
Rückstellfeder entspannt. Ich neige dazu zu glauben, dass in vielen dieser
Fälle alterungsbedingt das Leerlaufsteuergerät einen zu geringen Steuerstrom
generiert und die Leerlaufdrehzahl dadurch nicht gehalten wird. Bei mir war es
halt ein Totalausfall des Steuergerätes.
Text/Fotos: (c) Norbert Usdrowski
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