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 Stabilisierung der Vorderachse

Technik



Nicht nur die Vor-MoPf-Fahrer kennen das Problem: Obwohl die Achsgummis erst kürzlich erneuert wurden, fährt sich der 107er schon wieder völlig schwammig. Leichte Bodenunebenheiten reichen bereits aus, um uns permanent zum Gegenlenken zu veranlassen; ein Loslassen des Lenkrades erscheint fast unmöglich, und mit dem Knie zu lenken geht ebenfalls mal gar nicht.
Nun haben bereits viele schlaue Leute die Ursachen eindeutig ausgemacht: Mal waren es oben genannte Gummis, beim anderen war ein neues Lenkgetriebe fällig, oder aber die Fachwerkstatt machte dringenden Bedarf an einem neuen Lenkungsdämpfer aus. Auch Stoßdämpfer, Federn und (Breit-)Reifen wurden als Bösewichte ausgeguckt und mit dem Bannfluch versehen.
Alle obigen Maßnahmen versprachen endgültige Erlösung, allein seeligmachend waren alle Optionen nicht


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Dirk T. Lange, Schrauberkönig aus Dortmund und vielen noch als ehemaliger Technikreferent des R/C 107 SL-Club Deutschland e.V ein Begriff, betrieb einmal echte Urschenforschung. Die Erklärung des eigentlichen Problems ist so simpel, daß es auch der Laie versteht:
Die Vorderachse des 107ers ist eigentlich nicht fest mit der Karosserie verbunden, sondern lediglich mit den Gummis gelagert. Hingegen gehen Lenkgetriebe, Lenkstange und letztendlich das Lenkrad selbst mit dem Rest des Fahrzeugs eine mehr oder minder feste Verbindung ein. Die Folge: Die Achse kann Eigenbewegungen ausführen, die sich nicht komplett auf das Fahrzeug übertragen. Dadurch jedoch führt der Wagen eine Lenkbewegung relativ zum Lenkrad aus, was in einer Lenkradbewegung mündet: Der Fahrer muß gegenlenken. Ebenso verhält es sich andersherum bei gewollten Lenkmanövern, besonders gut zu beobachten bei schnell gefahrenen Autobahnkurven: Das Fahrzeug scheint zeitverzögert zu reagieren, es "legt sich in die Kurve". Die Seitenneigung, die dabei auftritt, wird hier später noch im zweiten Teil behandelt.

 

 

Mit zunehmendem Alter der Achsgummis verstärkt sich dieser Effekt; die Gummis altern nicht nur, sie verschleißen stark, weil sie keine richtigen "Führungen" haben und permanent "durchgewalkt" werden, und setzen sich.
Also ist das indirekte und schwammige Fahrverhalten darauf zurückzuführen, daß die Achse nicht fest genug gelagert ist.

 

 

Dirk Lange nun hat sich eine Form geschaffen, in der er aus PU (Polyurethan) Buchsen für die Achgummis gießt und diese nachfolgend einbaut. Das Ergebnis: Die Achse verhält sich völlig ruhig, es gibt keine Lenkkorrekturen mehr, das Fahrzeug fährt sich fühlbar besser und einfacher. Man hat schon auf den ersten Metern ein wesentlich sichereres Gefühl, merkt, daß man das Auto um Längen besser beherrscht. Ich selbst habe mir diese Buchsen letzte Woche bei Dirk einbauen lassen und habe ihn auf der Probefahrt bereits nach 50 Metern wohl ziemlich dämlich angeglotzt, so beeinduckt war ich von der Verbesserungsmaßnahme! Ich kann nur jedem empfehlen, sich diese Buchsen zu besorgen - selbst wenn den Alleinvertrieb eine bekannte Werkstatt aus Hilden übernommen hat, der ich eine Zeit lang nicht sehr wohl gesonnen war. Dirk Lange montiert allerdings für gute Freunde und Bekannte die Buchsen auch noch selbst.

 

So, und nun zu Teil 2 der Achsverbesserungsmaßnahmen: Unser 107er ist ja ein Auto, das im allgemeinen eher zum untersteuern neigt - was aber auch bedeutet, daß er kein besonders kurvenfreundlicher Wagen ist. Hat man ihn einmal in der Kurve, neigt sich der Wagen bedenklich zur Seite. Für einen W114/115 scheint das eine angemessene Verneigung vor dem fahrerischen Können des Lenkers zu sein, der 107er sollte das besser können und Kurven selbstbewußter und schneller durchfahren. Bisher verhinderten dieses an meinem 500er die serienmäßigen und eigentlich zu langen Stabis, die durch kürzere ausgetauscht wurden. So geriet die zweite Probefahrt an jenem Tag zu einem Kurvenräubern, bei dem die Kehren nicht schnell genug genommen werden konnten! Grenzen setzte mir jetzt meine HINTERACHSE, die dann irgendwann doch zum Ausbrechen neigte und mir aufzeigte, wo der nächste Sanierungsbedarf am Fahrzeug vorhanden ist.

 

Peter Steckel




 
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